Die alte Sippe Schneider

Wie nur wenige bürgerliche Familien können die Marburger Schneiders ihren Ahnenstamm weit zurückverfolgen.
Wir wissen, dass der Stammvater Peter Schneyder um 1580 in Lixfeld im benachbarten Kreis Biedenkopf geboren ist

und um 1604 bei dem Lohgerber Henchen Rauschenberger in Marburg-Weidenhausen einheiratete. Dieser Stadtteil
am Lahnufer war das Domizil dieses für Marburg einst typischen Handwerkszweiges. Sohn und Enkel blieben dem

Beruf treu, doch in den beiden folgenden Generationen  kam schon etwas Neues hinzu: Conrad Schneider (1684 -1739)
und sein Sohn Bernhard Schneider (1715 - 1782)  behalten zwar noch ihre Lohgerberei, betreiben aber zugleich schon
ein Fuhrgeschäft, dienen dem Handelsverkehr, der sich damals auf den Landstraßen weithin ausdehnte.  

Und Wilhelm Schneider, der nächstfolgende Sproß (1743 - 1806) gibt die Lohgerberei ganz auf - es ist lohnender,
mit seinen Gespannen die in Marburg erzeugten Waren (neben Leder, Leinwand vor allem Tonwaren) in die Ferne
zu fahren, zu Frankfurter und Leipziger Messen und zu den Exporthäfen an der Küste. Von seinen drei Söhnen
behielten die beiden älteren den Fuhrbetrieb bei, der jüngste aber, Johann Heinrich Schneider (1795 - 1858),
wurde Töpfermeister und ging zugleich in Weidenhausen 32 durch Vermählung mit der Kaufmannstochter
Katharina Berdux zum Handel über. In der nächsten Generation, kommt es zu der klaren Aufteilung: die beiden
älteren Söhne bleiben Töpfermeister (der eine Zweig bestand in Weidenhausen 96 fort, der andere führt zum Steinweg,
wo er noch heute als "Marburger Töpferhaus" besteht), der dritte Sohn wandert nach Amerika aus und der vierte -
damit kommen wir nun zu dem schon genannten Gründer unserer Firma - J o h n S c h n e i d e r (geb. 19.8. 1828)
eröffnete im Haus Weidenhausen 31 (damals Nr. 664) eine "Colonial-, Spezerei- und Leinwarenhandlung".



Der Gründer John Schneider, ein vielseitiger Kaufmann.
                
.

Haupt-Agentur für Auswanderer

Der Blick auf die abgebildete Anzeige ist interessant. Da wird gar viel angepriesen.
Aber im Mittelpunkt steht nun schon: Haupt-Agentur für Auswanderer! Der Zug nach Übersee war allgemein in
Deutschland zu spüren, besonders aber in
Hessen, wo politischer Druck, Kartoffelkrankheit, Mißernten und 
Brandkatastrophen weithin Not gebracht hatten. Die einst blühenden handwerklichen Gewerbe lagen danieder,
und erst recht in den kleinbäuerlichen Betrieben zog bittere Not ein.

Sozialpolitiker drängten geradezu auf Abschub der Armen nach Amerika. 1852 und 1853 wanderten 6000
Hessen aus, im Rekordjahr 1854 waren es sogar über 9000! Ganze Dorfschaften packten ihre Habseligkeiten
zusammen auf die Fuhren, die nach Bremen organisiert wurden; von da ging es ins Ungewisse über´s große
Wasser, meist mittels der billigeren Segelschiffe in 30 - 35 Tagen nach Nordamerika, teils per Dampf als

Zwischendecker, womit man die Überfahrt, wenn's gut ging, im Drittel der Zeit schaffen konnte. Im Binnenland
engagierten die Schifffahrtsgesellschaften Agenten zur Vermittlung, wie die hier abgedruckte Anzeige aus
dem Marburger Wochenblatt zeigt. John Schneider machte ein Hauptgeschäft daraus!
Unternehmungslustig wie er war, hatte er seinen Bruder Henry in Albany USA besucht. Damit hatte er selbst
erfahren, wie beschwerlich solche Überfahrt war, und darin sah er nun seine Lebensaufgabe: Sach- und fachgemäße
Organisation des Überseeverkehrs!

Er gründete die Firma, in deren Mittelpunkt die "Haupt-Agentur für Auswanderer nach allen Häfen Amerikas" treten
sollte. Schon in seiner nächsten Anzeige spricht er nicht nur von "langjähriger Erfahrung" sondern  unterstreicht 
"Gestützt auf meine eigenen Reisen und langjährige Erfahrung"!  Damit erhebt er sich über alle seine Konkurrenten.

Wenn wir vom Jahre 1866 sprechen, müssen wir eins einschalten: Die damals erfolgte Annektion Kurhessens durch
Preußen, wodurch ein Umschwung der Verhältnisse eingeleitet wurde - das morsch gewordene Kurhessen ging auf
in dem großen Preußen, der siegreiche Krieg von 1870/71 folgte, der wirtschaftliche Aufschwung bahnte sich an.

Das sagen wir, wenn wir heute Rückschau halten; damals konnte man die Verhältnisse noch nicht so optimistisch
beurteilen, dementsprechend ging das Auswanderungsgeschäft auch noch keineswegs zurück, nahm sogar in den
60er/70er Jahren noch erheblich zu. Und damit kommen wir nun auf das für unsere Firma entscheidende Jahr 1867
zurück: Am 1. April 1867 knüpfte John Schneider nach Entrichtung einer Kaution von 1000 Talern die vertragliche
Bindung an die Bremer Überseefirma J.H.P. Schröder & Co. an - dieses belegbare Datum ist bestimmend für unsere

Firmengründung als Reisebüro, wobei hinzugefügt werden mag, dass der Norddeutsche Lloyd und die
Hamburg-Amerika-Linie damals noch keine direkten Vertretungen unterhielten.

Der Bahnhof ist 1850 weit vor die Tore der Stadt gebaut, lange hat es gedauert, bis das Wirtschaftsleben sich dorthin
verlagerte - John Schneider ist einer der ersten,
der sein Domizil dorthin verlegt! Da hatte der Mineralogie-Professor
v. Coenen sich eine Villa an die Bahnhofstraße
gesetzt, seinem Fach entsprechend aus besonderem Material, aus festem,
hartem Tuffstein. Als v. Coenen einem Ruf an die
Universität Göttingen folgt, greift John Schneider zu und erwirbt das
Anwesen in der wirtschaftlich besseren Lage -
Bahnhofstrsße 20 ist seitdem Sitz der Firma. Den Kleinhandel läßt er
seinem Bruder in Weidenhausen zurück - in der
Bahnhofstraße blüht fortan - zumal sich im Hinterhaus und -hof dort
viel Nebenraum bietet - Großhandel und
Schiffahrts-Hauptagentur. Zugleich findet John Schneider noch Zeit und Kraft
zu viel ehrenamtlicher Tätigkeit; über 30
Jahre ist er Stadtrat. Am 14. März 1897 schließt er nach einem ebenso arbeits-
wie erfolgreichen Leben die Augen.




Carl Wernhard Schneider, er war in Marburg ein Begriff. Angesehen, wohltätig, innovativ.
Noch heute gibt es ihm zu Ehren die Carl-Wernhard-Schneider-Hütte des Marburger Verschönerungsvereins .

                                    



Carl Wernhard Schneider
 
war ein würdiger Nachfolger seines Vaters, der alle guten Eigenschaften, vor allem Klugheit und Unternehmungslust,
geerbt hatte. Schon als der Vater noch lebte und sich noch tatkräftig genug gefühlt hatte, allein zu regieren, hatte der
Sohn 1887 eine eigene Firma gegründet "Carl Schneider Import & Export", wobei ihm der Vater die inzwischen mit
dem Norddeutschen Lloyd abgeschlossene Konzession überließ, die nach dem Auswanderergesetz vom 9. Juni
1897 einer Neufassung bedurfte, worüber wir im damaligen Amtsblatt lesen:  
"Auf Grund der §§ ... ist dem Karl Schneider zu Marburg vorbehaltlich jederzeitigen Widerrufs die Erlaubnis erteilt
worden, als Agent des Norddeutschen Lloyd zu Bremen bei der Beförderung von Auswanderern über Bremen,
Bremerhaven, Brake, Nordenham, Hamburg, Cuxhaven, Rotterdam, Antwerpen, London, Southampton, Plymouth,
Havre und Cherbourg ohne Schiffswechsel in einem außerdeutschen Zwischenhafen, nach Großbritannien,
Canada, den Vereinigten Staaten von Amerika, Argentinien, Paraguay, den drei südlichsten Staaten Brasiliens (Parana,
Santa Catharina und Rio Grande do Sul), Uruguay, Egypten, Transvaal, Capland und dem Festlande von Australien
durch Vorbereitung, Vermittlung oder Abschluss des Beförderungsvertrages gewerbsmäßig mitzuwirken.
Der Agent hat die
Bestimmungen des Reichsgesetzes über das Auswanderungswesen ... zu beachten.
Aus Deutschland kommende Auswanderer, die von einer in Deutschland nicht als Auswanderungs-Unternehmer
zugelassenen Person oder Siedlungs- oder ähnlichen Gesellschaft in außerdeutschen Siedlungsgebieten angesiedelt
werden sollen, dürfen nicht befördert werden. 
Cassel, am 13. Juli 1898      Der Regierungs-Präsident."
Nach dem Vertrag mit dem Norddeutschen Lloyd hatte Carl Wernhard Schneider am 13. 6. 1898 seine Konzession
für ehem. Kurhessen nach Entrichtung von 100,- Mk. Stempelgebühren und 1500,- Mk. Kaution erhalten.
Er richtete nun eine Extra-Passage-Abteilung ein und baute die Hauptvertretung des Norddeutschen Lloyd so gut aus,
dass er dort besonderes Vertrauen erwarb. Das ergibt sich
aus seinen Aufzeichnungen: "1906 ging ich mit der
Erstfahrt der "Kronprinzessin Cäcilie" im Auftrag der Gesellschaft nach England; es handelte sich damals um
Einführung der Lloydschecks. Nach vier Wochen Aufenthalt kehrte ich mit Dampfer "Bremen", dem Vorläufer der
heutigen "Bremen" zurück. 
1909 leitete ich im Auftrag des Norddeutschen Lloyd die erste Vergnügungsfahrt der Gesellschaft nach dem Mittelmeer ..."
Der Überseeverkehr entwickelte sich immer mehr, zumal Ostasien, Australien und Südamerika hinzugekommen
waren - doch dann gebot 1914, der erste Weltkrieg, ein schicksalsschweres Halt, und der unglückselige Ausgang
beraubte die deutsche Schifffahrt zunächst jeglicher Grundlage. 
Per aspera ad astra! An dem mühsamen Wiederaufstieg nahm Carl Wernhard Schneider rege teil. Anfang 1919 wurde
durch die Reichsbahn, den Norddeutschen Lloyd und die Hamburg-Amerika-Linie das Mitteleuropäische Reisebüro,
kurz MER genannt, gegründet, und er erhielt dank der Protektion seiner Bremer Freunde in Marburg die Stelle für
Oberhessen; ein großer Gewinn für unsere Stadt. Werfen wir nun wieder den Blick auf die Front des Hauses, dann
sehen wir, wie mit der Ausweitung
der Geschäfte die vornehme Privat-Villa unter Carl Wernhard Schneider zum
Geschäftshaus geworden war; durch stilvolle Anbauten war Raum für die erweiterte Firma gewonnen worden. Das
sei angeführt um darzutun, wie sehr der Inhaber stets auch für die Pflege des Stadtbildes eingetreten ist; er war viele
Jahrzehnte hindurch getreuer Ekkehart des Marburger Verschönerungsvereins, wie er überhaupt in zahlreichen
gemeinnützigen Vereinen förderndes Mitglied und Ehrenmitglied war. Sein Unternehmungsdrang sei durch die Hinweise
gekennzeichnet: er war einer der ersten Autobesitzer in unserer Stadt, seiner Initiative ist die Ausschmückung des
historischen Elisabethbrunnens und zahlreicher Stätten in und um Marburg zu verdanken. Jahre lang hat er der Stadt als
Stadtverordneter im Rathaus gedient. Viele Ehrungen wurden ihm für sein selbstloses Eintreten zuteil. Und er war so rührig,
obwohl ihn ein schwerer Schicksalsschlag getroffen hatte: der einzige Sohn Karl-Hans Schneider war ihm durch den Krieg
entrissen, gleich 1914 war er als Fahnenjunker gefallen. . . 
Das war wohl der Anlass gewesen, dass er einige Zweige seiner geschäftigen Tätigkeit hatte fallen lassen.
Die Generalvertretung für Remys Reisstärke, aber und auch die von ihm bereits vor dem ersten Weltkrieg betriebene
Zigarrenfabrikation (alte Genießer erinnern sich noch gern seiner Haus
marke "Diminosilla") behielt er als Nebengeschäft
zunächst noch bei; Hauptsache aber war Führung und Ausbau des Reisebüros, und das ließ ihn auch glatt über die
Erschwernisse der Inflationszeit hinwegkommen, zumal alle Passagen in ausländischer Währung getätigt wurden. Mit aller
Kraft wirkte er am neuen Aufstieg mit. Er selbst sagte:
"1920 wurde ich zwecks Besprechung des neuen Aufbaues mit einer kleinen Zahl von deutschen Kollegen nach Bremen
berufen. 1924 ging ich im Auftrag des Lloyd nach den Vereinigten Staaten, um dort vielerorts Vorträge über unsere
deutsche Lage zu halten. Wieder war es der alte liebe Dampfer "Bremen", den ich auf der Hinfahrt benutzte, nachdem ich vor-
her noch Gelegenheit hatte, den neuen Dampfer "Columbus" in Bremerhaven zu bewundern. Drüben angekommen, fand ich die
Depesche der Direktion vor: ‚infolge des Flaggenvorfalls von Vorträgen absehen'. Auf Rat des Herrn Direktor Schröder in
New York nahm ich aber doch die Vortragsreise auf, konnte allerdings nur in kleineren deutschen Kreisen sprechen.
Mit Dampfer "Stuttgart" kehrte ich nach Deutschland zurück. -Im Frühjahr 1929 vollendete ich meine Tätigkeit für den inter-
nationalen Reiseverkehr..."

 
In zahlreichen Veröffentlichungen hat Carl Wernhard Schneider das vielfältige Erleben geschildert. Auch nach dem zweiten
Weltkrieg noch, wenn wir ihn in seinem Ruhesitz am Weinberg über der Elisabethkirche, deren Gemeinde er als Kirchenältester
besonders treu gedient hat, aufsuchten, ließ er gern Erinnerungen an seine Schiffsfahrten wieder wach werden. Wenn er
berichtete, wie er mit der "Lützow" nach den klassischen Stätten des Altertums und ins Heilige Land gefahren war, spürten wir,
wie aufgeschlossen er seine Reisen genossen hatte - Reisen war ihm inneres Erleben, und diese Auffassung hatte ihn auch zu
einem wahrhaft berufenen Leiter und Lenker eines Reisebüros gemacht. Er hat die väterliche Tradition bestens fortgeführt
und weitergetragen. Er hat deutlich gemacht: ein Reisebüro ist nicht ein Geschäft sondern eine Aufgabe - er hat sie erfüllt.
So lebte er unter uns, bis er bald nach seinem 85. Geburtstag still verschlief. Unter größter Anteilnahme und unter
dem Geläut seiner geliebten St. Elisabethkirche wurde er Weihnachten 1949 zu Grabe getragen
.".





Marburg an der Lahn, Bahnhofstrasse 20
Von der Stadtvilla zum Geschäftshaus in Bahnhofsnähe.




Karl Eckhardt
Wir hatten gesagt, daß der Stammhalter Carl Wernhard Schneiders im ersten Weltkrieg geblieben ist.
Da war es ein Glück, dass die Firma auf den Schwiegersohn vererbt werden konnte:
Karl Eckhardt, Ehemann der Tochter Lissie. Auch wenn er berufsfremd war  - er war Künstler,
Opern- und Konzertsänger! - hat er sich ganz fabelhaft eingelebt und eingearbeitet in das neue Aufgabengebiet.
Der Übergang von der Bühne in das Reisebüro war ihm sicher nicht wünschenswert erschienen, doch er hatte in seinem
Schwiegervater einen so bedeutsamen Lehrmeister, dass er selbst bald Lust am neuen Beruf verspürte. Er hat sich so gut
hineingefunden in die vielseitige Tätigkeit, dass Carl Wernhard Schneider ihm bereits am 1. Oktober 1928 die Firma mit
allen Rechten übergeben konnte. Mit allen Rechten? Nun, so einfach geht das nicht, vielmehr zeigt uns die Fülle der
Firmenakten, wie sehr das Auswanderungswesen mit Sonderpflichten belastet ist.
 
So sehen wir nun wieder vor uns, wie dem neuen Inhaber Erlaubnis erteilt wird, dem Gesetz von 1897 entsprechend zu
handeln, von dem oben die Rede war; die Rechte und Pflichten werden dann 1932 auch ausgeweitet:
Karl Eckhardt als Agent auch der Hamburg-Amerikanischen-Paketfahrt-Actien-Gesellschaft (Hamburg-Amerika-Linie).
Den sich steigernden Ansprüchen des Publikums wusste Karl Eckhardt sich bestens anzupassen; er baute den MER-Betrieb
aus, schulte das Personal auf Pflege der Einzeltouristik und nahm auch Ausflugswagenverkehr als Geschäftszweig hinzu,
so daß er 1938 die Geschäftsräume erweitern mußte. Doch dann wurde sein Unternehmungsgeist durch den Krieg abgestoppt:
Mit stark reduziertem Personal schleppte sich das Reisebüro zunächst noch durch, es mußte aber geschlossen werden, als
Karl Eckhardt selbst 1943 zur Marine eingezogen wurde.
 
Erst nach fünfjähriger Unterbrechung am 1. 12. 1948 konnte es, wie die Bundesbahn dankend bezeugte, wenigstens
behelfsmäßig in beengten Mieträumen, Bahnhofstraße 5b, wieder eröffnet werden. Das eigene Geschäftshaus war durch die
Bundespost belegt, deren Amtsgebäude wie so viele andere Häuser der Bahnhofstraße im Bombenkrieg untergegangen war.
Nach der Währungsreform ging es zunächst zögernd, dann aber lawinenhaft aufwärts. Karl Eckhardt hat in dieser Entwicklung
so sehr seinen Mann gestanden, und zugleich nahm dabei das Arbeitsgebiet in so starkem Maße neue Gestalt an, dass Ende
1952 die Umfirmierung vorgenommen wurde: Reisebüro Karl Eckhardt heißt es seitdem. Doch nur noch ein Jahrzehnt sollte
ihm der Namensträger vorstehen: am 23. 3. 1962 schied er für immer.

 





Deckblatt der Jubiläumsschrift zum 100-jährigen Jubiläum
im April 1967 verfasst von Helmut Eckhardt.



 

Helmut Wernhard Eckhardt

Ein tüchtiger Nachfolger war herangewachsen. Am 22. 1. 1920 als Sohn von Karl Eckhardt und der Tochter Carl Wernhard
Schneiders geboren,
war Helmut Eckhardt nach Absolvierung der Oberrealschule bei seinem Vater in gestrenge Lehre
gegangen, wurde dem ihm ans Herz gewachsenen Beruf als Reisebürofachmann dann aber durch die Zeitverhältnisse auf
lange Jahre entrissen: Z
wischen 1940 und 1949 liegen Arbeitsdienst, Wehrdienst, Kriegsdienst und über vier Jahre russische
Gefangenschaft, in die er als
Oberleutnant ganz zu Kriegsende noch geraten war! Nachdem er sich von diesen Strapazen
wieder
einigermaßen erholt hatte, stieg er aber gleich mit aller Energie in den Beruf ein, zu dem er wirklich berufen war.
1950 - 1953 war er im
Hapag-Lloyd-Reisebüro Essen tätig, wo er ganz bald schon zum Leiter der Flug- und Schiffspassage-
Abteilung aufrückte. Dann aber ging's heim, um dem Vater bei Bewältigung des anwachsenden Betriebs zur Seite zu treten.
Die Geschäftsräume wurden erweitert,
das Personal um tüchtige Fachkräfte vermehrt - es war ein stürmischer Aufstieg;
der Umsatz steigerte
sich innerhalb weniger Jahre um das Fünffache! Durch den plötzlichen Tod des Seniorchefs wurde
Helmut Eckhardt 1962 Alleininhaber der Firma, die 1967 ihr 1OO-jähriges Bestehen feiern konnte. 

Ab 1981 wird das Reisebüro als Familien oHG geführt und im Mai 2005 erfolgt der Umzug in die Ketzerbach 7.
Inzwischen ist es wieder zur Einzelfirma geworden und wird von Gabriele Eckhardt geleitet.